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Sagen aus der Lausitz

Die Tränenwiese im Dorf von Muskau

 

Auf der Wiese, welche auf der Westseite des Schlosses liegt, hatte der Schlossherr Fabian von Schöneich armen Bewohnern gestattet, sich dort anzubauen.
Auch die Burggrafen von Dohna duldeten die fünf niedrigen Hütten in der Nähe des Schlosses; aber
anderer Gesinnung als ihre Eltern, der edle Burggraf Karl Christoph von Dohna und dessen Gemahlin Brigitta, war ihre einzige Tochter und Erbin Ursula Katharina, Burggräfin zu Dohna.
Sie wollte den Platz zur Vergrößerung des Gartens haben, und mitten im Januar mussten die Bewohner der Hütten, ohne dass anderweitig für sie gesorgt wurde, ihr Obdach verlassen; die Hütten wurden abgebrochen und nur eine blieb stehen.
Ein alter treuer Diener der Burggräfin hatte bei seiner Herrin für die arme Familie ein gutes Wort eingelegt, weil er durch den Anblick der Wöchnerin und ihres neugeborenen Töchterleins gerührt worden war. Diese letzte Hütte durfte jetzt noch stehen bleiben, aber nicht länger als bis zum 1. Februar.
Dieser war herangekommen und jener arme Familienvater hatte vergebens in der Stadt und den umliegenden Dörfern für sich und die Seinen ein Obdach gesucht.
Die herrschsüchtige und hartherzige Komtesse hielt es für Saumseligkeit, Missbrauch ihrer Güte, Ungehorsam und Starrsinn, als sie hörte, dass die Hütte immer noch nicht geräumt sei. Es nahte der Abend. Die Verzweiflung des Armen, die immer größer wurde, gab ihm den Mut, auf das Schloss zu gehen und die Herrin um Mitleid anzuflehen.
Der alte Diener, der für ihn gesprochen hatte, verschaffte ihm Eingang.
Mit schlichten und wehmütigen Worten schilderte der Arme seine vergebliche Mühe, ein Unterkommen zu finden, und er bat um Verlängerung der Frist und um Gnade für die Seinen. Doch vergeblich war sein Flehen, sie hieß den Armen gehen und augenblicklich die Hütte räumen. Er fiel vor der Gräfin auf die Knie nieder, aber die Erbarmungslose stieß den Flehenden von sich und immer heftiger wurde ihr Zorn.
Sie schellte, und ihr alter treuer Diener kam, dem sie befahl, in einer Viertelstunde sollte das Haus des Ungehorsamen brennen. Der im Dienst des Hauses ergraute treue Diener bat die strenge Herrin, ihm diesmal zu erlassen, was sie befohlen. Sie drohte ihm mit augenblicklichem Abschiede. Da siegte die Liebe zu seinem Dienste über das Gefühl des Mitleids und des Rechts in seiner Brust.
Es begann , dunkel zu werden. Eilig rafften die Armen ihre wenigen Kleider zusammen. Die Mutter nahm den Säugling aus der Wiege und drückte ihn an die Brust; die Knaben hingen sich furchtsam an ihre Eltern. Sie verließen das Haus, die Tür wurde verschlossen, und der alte Diener vollzog seiner strengen Herrin Befehl, ein brennender Kienspan entzündete das Strohdach.


Grimmig wehte der eisige Nachtwind. Die Armen hatten den Hügel am Eichbusch gegenüber erreicht, wo sie halt machten. Die Knaben bebten vor Kälte und weinten, und das zarte Leben an der Mutter Herzen umfing des Windes kalter Hauch, so dass es zu erstarren begann.
Indes schlug zum ihren Füßen die Flamme der Hütte empor. Dort auf dem Hügel schaute die Mutter zu der Stätte zurück, wo die Wiege ihrer Kinder gestanden hatte, und als die lichte Lohe wie Regen zur Erde herabfiel, rief sie in ihrer Verzweiflung einen Fluch gar ernst und schauerlich:

“Nie werde dieser Stätte die erste Ernte! Wie die Lohe, welche jetzt auf sie herabfällt, treffe sie die Vernichtung von oben!”

Wie sie geflucht, so ist es geschehen; fast regelmäßig, wenn das Gras derselben zum ersten Mal gemäht wird, beginnt es zu regnen, so das die Heuernte verdirbt; denn auf der Wiese ruht ein Unsegen, ein Fluch.
Aus dem Grund heißt sie Tränenwiese noch heute.
Der unbarmherzig aus ihrer Hütte Vertriebenen und Obdachlosen erbarmte sich ein Bauer, mitleidiger als die harte Gräfin Ursula Katharina von Dohna lebt in der Sage fort. Sie wurde später eine der mildesten und frommsten Frauen, als sie die Gemahlin des Landvogts Kurt Reinicke von Callenberg geworden war. Die Zeiten, die Verhältnisse und der Umgang veredelten ihr Herz.

                                            Quelle: “ Sagen aus Bad Muskau “


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